"Marco, wann kommt die neue Ausgabe von VISAVI mit KI?"
Ein kurzes, persönliches Update aus der Welt der KI-Transformation.
Wenn ihr lieber direkt zu den inhaltlichen Themen möchtet, könnt ihr einfach nach unten scrollen. Dort findet ihr den Ausblick auf die nächste Ausgabe.
Warum ich diesen Newsletter überhaupt schreibe
Die ursprüngliche Idee für diesen Newsletter ist im Juli 2024 entstanden. Der Gedanke dahinter war, meine Erlebnisse und Fragen aus Workshops und Vorträgen mit einer breiteren Community zu teilen. Als sich dann die Möglichkeit mit dem Doktorat an der Uni Liechtenstein ergab, war der Newsletter zusätzlich eine tolle Gelegenheit, aktiv im Schreibprozess zu bleiben. Gleichzeitig war er für mich ein kleiner Test, um zu sehen, ob mir neben Video und Audio (danke, VISAVI Interviews) auch Text als Medium gefällt.
Außerdem finde ich das Schreiben eine ausgezeichnete Möglichkeit, meine Gedanken zu strukturieren. Da ich die Inhalte für meine Workshops und Vorträge ohnehin alle drei Tage aktualisieren und vorbereiten muss, ist es auch sinnvoll, sie aufs digitale Papier zu bringen.
Immerhin hat mir mal ein toller Dozent gesagt, “You only know about a topic if you write about it”. Nach mittlerweile 16 Ausgaben kann ich mit Gewissheit sagen, dass mir das Schreiben weiterhin sehr viel Freude bereitet. Das gilt vor allem für das akademische Schreiben, das mir schon bei meiner Bachelor- und Masterarbeit großen Spaß gemacht hat. Auch wenn es sich manchmal so anfühlt, als ob Texte in Zeiten von KI immer irrelevanter werden.
In den letzten Monaten war es trotzdem etwas ruhiger auf diesem Kanal. Aber nicht, was das Schreiben anbelangt. Im Gegenteil.
Ein Buchkapitel im Springer-Verlag
Diesen Monat habe ich mein Buchkapitel mit dem Titel „Ethical Debriefing of Gamification Mechanics within Simulation Games“ fertiggestellt. Es erscheint Anfang nächsten Jahres als Beitrag in einem Sammelband bei Springer. Hoffentlich ist es die erste von vielen weiteren Publikationen. :)
Bei der Arbeit daran durfte ich auch ein Stück weit zu meiner Leidenschaft fürs Gaming zurückkehren. Insbesondere konnte ich mich wieder mit Simulations- und Planspielen beschäftigen, die für mich zu den besten didaktischen Werkzeugen überhaupt gehören. Denn Lernen sollte zwar anstrengend sein, aber auch Spaß machen :) Und was eignet sich dafür besser als (Simulations)Spiele?
Mit knapp 90.000 Zeichen war das Ganze ein sehr umfangreiches Unterfangen und eine großartige Lernerfahrung. Danke, Willy, für diese tolle Möglichkeit! Sobald die letzten Revisionen abgeschlossen sind und das Kapitel 2027 veröffentlicht ist, erzähle ich euch gerne mehr darüber.
Mein eigenes Planspiel: Digital Transformation Dynamics
Wenn wir schon beim Spielen sind, möchte ich gleich von meinem eigenen Planspiel erzählen. Aktuell laufen die Vorbereitungen für mein Planspiel an der FH Vorarlberg auf Hochtouren. Innerhalb von drei Tagen darf ich einer Gruppe von Masterstudierenden die KI-Transformation spielerisch näherbringen.
In „Digital Transformation Dynamics“ begleiten die Studierenden ein fiktives Unternehmen durch seine KI-Transformation. Dabei fließen viele Elemente zusammen, die mich auch in meiner täglichen Arbeit beschäftigen. Dazu gehören Change Management, Design Thinking for AI, Systemdynamiken und weitere spannende Frameworks und Modelle aus dem Bereich der digitalen Transformation.
In diesem Spiel stecken momentan sehr viel Herzblut und Arbeit, sowohl didaktisch als auch inhaltlich. Wie es aufgebaut ist und wie es gelaufen ist, erzähle ich euch in einer späteren Ausgabe.

Projektwerkstatt - Runde zwei
Apropos Didaktik. Auch die Vorbereitungen für die Projektwerkstatt an der FH Vorarlberg sind gestartet. Gemeinsam mit meinem geschätzten Kollegen Florian leite ich diese tolle Lehrveranstaltung im kommenden Sommersemester.
Bachelorstudierende bearbeiten dabei in kleinen Teams reale Innovationsprojekten aus Unternehmen und Organisationen. Von der Ist-Analyse bis zur Abschlusspräsentation am Marktplatz durchlaufen sie ein komplettes Praxisprojekt. Die Anwendung von KI spielt dabei natürlich eine zentrale Rolle. Die Projektwerkstatt bietet den Studierenden ein sicheres Umfeld, um KI-Anwendungen zu testen und damit in einem realen Kontext zu experimentieren.
CAS Leading AI and Digital Transformation
Reale Innovationsprojekte sind auch die perfekte Überleitung zur Universität Liechtenstein. Bei meinem aktuellen Baby, unserem neuen Studiengang CAS Leading AI and Digital Transformation, geht es prächtig voran. Wir haben über 20 Teilnehmende und werden von August bis Dezember zahlreiche spannende Innovationsprojekte begleiten.
Der Studiengang besteht aus zwei ineinandergreifenden Modulen. Im ersten vermitteln wir das theoretische Know-how, das es braucht, um die digitale Transformation erfolgreich zu gestalten. Im zweiten bearbeiten die Teilnehmenden reale Projekte aus ihren eigenen Unternehmen. Das Ganze folgt der eigens entwickelten Methodik Design Thinking for AI (DT4AI).
Das ist in meiner Laufbahn als Trainer im Bereich der digitalen Transformation das Projekt, auf das ich mich am meisten freue. Die Artefakte, die hier entstehen, werden direkt in den Unternehmen der Teilnehmenden eingesetzt und liefern einen echten Mehrwert. Das Ganze machen wir mit einem unglaublich starken Team, einem ausgezeichneten Lehrkonzept und einer mega geilen Methodik. Ich freue mich riesig darauf!
Startup-Mentoring in Vorarlberg 🚀
Doch nicht nur an der Uni arbeiten wir an realen Projekten. Diesen Monat ist außerdem mein zweiter Durchgang als Startup-Mentor bei Startup Vorarlberg zu Ende gegangen. Ich hatte wieder die wundervolle Gelegenheit, zwei engagierte Gründer zu begleiten, die mit starken KI-Ideen und Geschäftsmodellen die digitale Transformation in Vorarlberg auf ihre Weise vorantreiben. Vielen Dank an das ganze Team und besonders an Diana für diese tolle Möglichkeit!
Neue Vorträge & Workshops
Ob Planspiel, Projektwerkstatt, CAS oder Mentoring - all diese Formate begleiten Menschen über einen längeren Zeitraum durch die digitale Transformation. Dieses Muster hat mich dazu gebracht, meine Vorträge und Workshops neu zu denken.
In letzter Zeit habe ich daher etwas weniger klassische Formate durchgeführt. Mittlerweile biete ich mehr AI Bites an. Das sind wöchentliche, zweiwöchentliche oder monatliche KI-Austauschformate mit fixen Kohorten. Das halte ich momentan für die sinnvollere Möglichkeit, diese Transformation voranzubringen. Klar - keine Frage, punktuelle Workshops machen Spaß, nehmen Ängste und fördern Kompetenzen. Ich habe hier schon darüber geschrieben, was solche Formate leisten können und was nicht. Ich denke aber, dass dieses dynamische Thema keine einmalige Schulung braucht, sondern kontinuierliche Weiterbildung.
Ein paar “klassische” Highlights stehen in diesem Jahr aber noch an. Unter anderem darf ich einer Einladung der Universität St. Gallen (HSG) in die Türkei folgen. Dort werde ich ein 20-köpfiges Führungsteam mit meiner neuen Vortragsreihe „Leadership in the Era of Artificial Intelligence: How Generative and Agentic Systems Are Shaping the Workplace of Today“ begleiten.
Dazu kommt ein Workshop bei den KI Days in Vorarlberg sowie einige tolle Events mit Ahead. Marco Moosbrugger und Lukas Wagner haben hier ein grandioses Format aufgezogen und expandieren mittlerweile weit über unsere Landesgrenzen hinaus. Außerdem gibt es hier und da noch ein paar kleinere Workshops speziell für Schulen in Vorarlberg - die mir ein persönliches Anliegen sind.
Meine Einladung an euch
Wer bei meinen Workshops oder Vorträgen war, der weiß, dass sich bei mir neben meiner Frau Anna und meinem Hund Giotto fast alles um die Welt der KI-Transformation dreht. Es gibt also nur wenige Dinge, die ich lieber mache, als mit euch über dieses Thema zu sprechen, mich auszutauschen und gemeinsam dazuzulernen.
Daher gilt auch hier mein Angebot. Wenn ihr Fragen, Wünsche, Herausforderungen oder Ideen habt, schreibt mich einfach an. Ich freue mich wirklich sehr über den Austausch mit EUCH.
Nächste Ausgabe: Digitale Souveränität
In der nächsten Ausgabe, die bereits in Vorbereitung ist, geht es um das spannende Thema der digitalen Souveränität. Gemeint ist damit die Fähigkeit, selbstbestimmt über die eigenen Daten, Systeme und digitalen Werkzeuge zu entscheiden, sowohl als Person als auch als Unternehmen.
Dabei versuchen wir, einige wichtige Fragen zu beantworten. Wer kontrolliert eigentlich die Modelle, mit denen wir täglich arbeiten? Wo liegen unsere Daten? Und wie können wir uns etwas unabhängiger von den großen Konzernen machen?
Besonders lokale Modelle, die in den letzten Tagen immer wieder für Schlagzeilen gesorgt haben, möchte ich dabei näher beleuchten. Da KI-Infrastruktur nicht mein Fachgebiet ist, hole ich mir für diese Ausgabe einige spannende Gäste dazu. Sie berichten aus ihrer Praxis und runden das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven ab.
Falls ihr hier mitwirken möchtet oder jemanden kennt, der perfekt dafür geeignet wäre, meldet euch gerne bei mir.
Vielen Dank für das fleißige Lesen, die tollen Gespräche und die vielen Fragen.
Liebe Grüße und bis bald
Marco ☀️








